Derby bleibt erhalten

Der CV Mitteldeutschland beantragt keine Lizenz für die 1. Bundesliga und ist auch im nächsten Jahr Gegner des VC Bitterfeld-Wolfen.

 

VON Christian Kattner

 

Schon nach dem Rückspiel in der 2. Bundesliga Nord hatte Darko Despotovic gehofft, dass es das Duell zwischen seinem Team, dem VC Bitterfeld-Wolfen, und dem CV Mitteldeutschland (CVM) auch im kommenden Jahr geben würde. Allein die Planungen des CVM kannte der Trainer des VC im Februar freilich noch nicht und auch im Lager des aktuellen Tabellenführers der Staffel Nord waren sich alle Beteiligten noch nicht sicher, wo sie denn spielen werden.

Seit dieser Woche herrscht nun in diesem Punkt Klarheit. Auch wenn sich der CVM sportlich auf einem hervorragenden Weg befindet und lediglich noch einen Sieg aus den letzten beiden Saisonspielen für den Gewinn der Meisterschaft benötigt, so ist es aber die finanzielle Seite, die einen Aufstieg verhindert. „Unser Ziel, direkter Wiederaufstieg, ist rein sportlich fast geglückt. Und trotzdem haben wir uns entschieden, ein weiteres Jahr in der 2. Bundesliga zu verweilen,“ erklärt Clubmanager Rick Wiedersberg, „auch wenn man es sportlich schafft, kommt doch immer auch der finanzielle Aspekt hinzu. Der Durchschnittsetat in der 1. Bundesliga liegt bei knapp 950 000 Euro, das ist mehr als doppelt so viel wie unser Budget aus der vergangenen Saison.“ Mit all den Auflagen und Anschaffungskosten, die von Seiten der Liga auferlegt werden, bleibe demnach nur noch ein Bruchteil für den eigentlich wichtigsten Part, die Spielerkosten. „Selbstverständlich haben wir mit verschiedenen bestehenden und neuen Sponsoren die Gespräche gesucht und es wurde durchaus Interesse bekundet. Nur leider noch nicht für 2017/2018“, so Wiedersberg.

Mit den Spielern und dem Trainerstab hatte der CVM-Vorstand am Sonntag nach dem verlorenen Landespokalfinale gegen den VC Bitterfeld-Wolfen gesprochen. „Alle Beteiligten haben Verständnis für unsere Entscheidung und tragen diese mit. Das Feedback gegenüber dem Club, dem Team im Hintergrund und der Mannschaftsorganisation war mehr als positiv und fast das gesamte Team könnte sich vorstellen, auch in der kommenden Saison unter der Piratenflagge zu spielen,“ kommentiert die Teammanagerin Sandy Penno.

Natürlich erreichte auch den VC Bitterfeld-Wolfen diese Nachricht und sorgte vor allem bei Darko Despotovic für Freude: „Eine lange Auswärtsreise weniger und ein Derby mehr“, so der VC-Trainer, „es sind gewisse Erfahrungswerte, die sie in den vergangenen Jahren gesammelt haben“, sagte er mit Blick auf die finanziellen Beweggründe des CVM. Auch der VC Bitterfeld-Wolfen war im vergangenen Sommer an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die 1. Bundesliga gescheitert und erhielt keine Lizenz für die höchste deutsche Spielklasse.

Auch in der kommenden Saison wird es also kein Team aus Sachsen-Anhalt in der 1. Bundesliga geben. Dafür aber ein spannendes Derby zwischen dem VC und CVM.

 

Am Sonntag empfängt der VC die Mannschaft vom FC 09 Schüttorf zum letzten Heimspiel

 

QUELLE: http://www.mz-web.de

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