Ein Team mit Zukunft

Auch wenn es zu einer ganz großen Überraschungsplazierung bei der Deutschen Meisterschaft nicht reichte, können die U16-Spielerinnen des VCBW mit ihrem erreichten 7.Platz sehr zufrieden sein. Wenn man bedenkt, daß es bereits bei der NOM sehr dramatisch zuging, um ein Ticket für die DM zu lösen.
In unserer Vorrundengruppe waren die Teams aus Freiburg, Wiesbaden und den SV Raspo Lathen. Freiburg und Wiesbaden waren in den letzten Jahren keine besonders starken Vertretungen bei Deutschen Meisterschaften. Dagegen waren Jugendteams vom SV Raspo Lathen bekannt für ihr kontinuierlich gutes Abschneiden.
Im ersten Spiel gegen Freiburg waren unsere Mädels sichtlich überrascht über den guten Start der Freiburger, die von Beginn an stark aufspielten. Unser Spiel hingegen war geprägt von Nervosität. Anders als erhofft, verloren wir 1:2 unser Auftaktspiel. Anschließend im Spiel gegen SV Raspo Lathen mußte eine deutliche Leistungssteigerung unserer Mädels her. Viel selbstbewußter ging man in das folgende Spiel, konnte die Mädels aus Niedersachsen mit starken Aufgaben unter Druck setzen und es gelang ein souveräner 2:0 Sieg. Im dritten Gruppenspiel gegen Wiesbaden mußte ein Sieg her, um nicht nur Dritter in der Vorrunde zu werden. Wiesbaden war wie erwartet nicht der Überraschungsgegner. Hier konnte sich der VC mit 2:0 durchsetzen und damit sich erstmalig an die Gruppenspitze setzen. Damit könnte man meinen, sich eine hervorragende Ausgangsposition für das Viertelfinale geschaffen zu haben. Aber Trainer Michael und Silke ahnten bereits, da? dies nicht unbedingt der Fall sein würde. Wie sich im Nachhinein herausstellen sollte, hätte ein 2.Platz in der Vorrunde eine bessere Konstellation für den VC ergeben. Nun kann man spekulieren, ob man einen Satz (also nur ein 2:1 Sieg im letzten Gruppenspiel) gegen Wiesbaden abschenken hätte sollen, um das eventuell bessere Los fürs Viertelfinale zu bekommen. Dies war dem Trainergespann, nach dem verlorenen Auftaktspiel zu heikel, um nicht noch auf Platz 3 in der Gruppe zu rutschen. Und so kam, was kommen mußte, daß zum dritten Mal bei einer DM Paderborn im Viertelfinale unseren Mädels gegenüber stand. Kein gutes Omen.
Trainer Michael bereitete die Bitterfelder Mädels in der Kabine auf das schwierige Spiel vor. Er motivierte all noch einmal und erinnerte an ihre Stärke als Team. Mucksmäuschen still lauschten die Spielerinnen seinen Worten, welche bei so manchen sichtlich Gänsehaut erzeugte.
Denkbar knapp gestaltete sich der 1.Satz. Unsere Spielerinnen stemmten sich mit großem Einsatz gegen das Paderborner Team. Mit einem glücklicheren Ende (Folge eines Netzrollers) setzte sich Paderborn im ersten Satz mit 25:23 durch. Leider waren unsre Spielerinnen im 2.Satz nicht von Beginn an in der Lage ihr Spiel genauso konzentriert fortzusetzen. Paderborn ließ kein Aufbäumen der VC-Mädels mehr zu und gewann den 2.Satz verdient.
Nicht einfach war es die Mädels nach dem verlorenen Spiel aufzufangen und sie für die noch anstehenden Spiele neu zu Bestleistungen zu aktivieren.
Ein zweites Mal mußten die Bitterfelder im Spiel um Platz 5/6 gegen Freiburg ran. Obwohl man diesmal alles besser machen wollte als in der Vorrunde, trauerte man jedoch im 1.Satz sichtlich noch der Niederlage hinterher und verlor trotz einiger Spielerwechsel mehr als deutlich. Die Trainer ermahnten in der Satzpause noch einmal in Spiel zurückzufinden. Die Worte fanden Wirkung und der VC zeigte im 2.Satz eine sichtliche Leistungssteigerung, welche mit einem Satzgewinn belohnt wurde. Und wieder ein Tiebreak gegen Freiburg, welcher hart umkämpft mit 15:13 zu deren Gunsten ging.
Im letzten DM – Plazierungsspiel stand Human Essen, ein eigentlicher Mitfavorit auf den Meistertitel, unserem Team gegenüber. Im Team von Human Essen sind Nationalkaderspielerinnen, die bereits viel Erfahrung auf hohem Spielniveau sammeln konnten. Keine einfache Aufgabe für den VC, wollte man sich mit einem Sieg aus dem Turnier verabschieden. Gepuscht von unserem großen Fanblock, spielten die Bitterfelder sich in einen Rausch. Das Spiel war geprägt von starken Angriffen der groß gewachsenen Spielerinnen aus Essen und einer sensationellen Abwehr des VC‘s. Am Ende mußte auch hier der Tiebreak entscheiden, diesmal mit einem verdienten Sieg für den VC Bitterfeld – Wolfen.
Rückblickend, nachdem einige Tränen getrocknet sind, können wir Spielerinnen, Trainer, Eltern und Fans auf einen guten 7.Platz stolz sein. Wir haben 9 Teams, darunter auch einige Sportinternate, auf die Plätze hinter uns verweisen können, obwohl wir von allen Teams das „Kleinste“ waren (im Durchschnitt 8ch), wenn man die Körpergröße betrachtet. Diese gute Plazierung habt ihr in erster Linie eurem unermütlichen Trainingsfleiß, eurem unbändigem Teamgeist und einem der besten Fanblocks zu verdanken. Uns alle habt ihr überzeugt, daß ihr auch in Zukunft euren Weg gehen werdet, sei es im Jugend – und/oder Erwachsenenbereich, egal wieviel cm fehlen und egal wieviel Zuspruch von außerhalb kommt.

Vielen Dank auch an alle, die uns finanziell unterstützt haben. Ein besonderes Dankeschön geht noch an Max Schmidt, der uns kurzfristig zur DM Begleitet und vor Ort dem Trainergespann tatkräftig zur Seite stand.

PS: Entschuldigung dafür, daß der Artikel erst jetzt fertig gestellt wurde, aber für uns Trainer ist mit dieser DM noch nicht Saisonende. Es warteten bereits diese Woche U14-Spielerinnen auf ihrer Vorbereitung für die am Samstag anstehende Nordostdeutsche Meisterschaft. Wir wünschen auch diesem Team viel Erfolg!

Hier gehts zu Galerie.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Sie müsseneingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben zu können.