Morgenstund hat Gold im Mund

In diesem Falle hat sich der VC Bitterfeld-Wolfen dieses Sprichwort zu Eigen gemacht und bei seiner frühen Suche nach einem neuen Cheftrainer ein glückliches Händchen bewiesen. Nach dem krankheitsbedingten Rücktritt von Cheftrainer Hans-Jürgen Kreft inmitten der Saison 2018/19 und einer langen, von Spekulationen getriebenen Suche, ist mit Jorge Munari ein bundesligaerfahrender Trainer für die kommenden 3 Jahre gefunden. Aktuell noch beim Frauen-Zweitligisten VV Grimma unter Vertrag, wird der 52-jährige Argentinier mit italienischen Wurzeln im Sommer zu den BiWo´s wechseln und damit das von Präsident Michael Eisel und Steffen Knetsch übergangsweise ausgeführte Amt übernehmen.

Jorge Munari, geboren und aufgewachsen in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, begann 1990 seine Trainerkarriere mit den Männern des Clubs de Amigos. Mit diesem Team wurde der studierte Sportlehrer einmal Meister und zweimal Vizemeister in der argentinischen Superliga. Im Jahr 2006 folgte der nächste große Schritt in seiner Trainerkarriere, der ihn über den Großen Teich nach Spanien führte, wo er erstmals ein Frauenteam trainierte. Dort lernte er auch seine Frau kennen, mit der er heute drei Kinder hat.

Nach Deutschland kam der ltalo-Argentinier 2010, wo er eine Saison lang die Roten Raben Vilsbiburg II trainierte. Im Jahr darauf führte sein Weg zum ersten Mal zum VV Grimma. Die größten Erfolge in der Vereinsgeschichte konnten unter seiner Führung in den Jahren 2012 und 2013 gefeiert werden, als zwei Mal in Folge die Meisterschaft in der 2. Bundesliga gewonnen wurde. 2014 gelang ihm, wieder bei den Roten Raben Vilsbiburg, der Pokalsieg in der Ersten Volleyball Bundesliga. Danach folgten zwei Jahre als Co-Trainer Katars Nationalmannschaft. Einen unschätzbaren Erfahrungswert reicher führte sein Weg wieder nach Grimma, wo er das Team nach seiner Rückkehr 2016 wieder in die oberen Tabellenregionen schoss. Wegen fehlender personeller Alternativen wird die laufende Saison jedoch im Tabellenmittelfeld beendet werden.

Um den zeitlichen Vorsprung optimal nutzen zu können, nahm der VC Bitterfeld-Wolfen direkt nach dem Rücktritt von Hans-Jürgen Kreft den schon bestehenden Kontakt mit Jorge Munari auf. Bereits im Februar gab Jorge Munari dann den Verantwortlichen in Grimma bekannt, dass er seinen Vertrag in Grimma nicht verlängern werde. „Es war eine sehr schwere Entscheidung, weil mir am Verein, den Spielerinnen und der Stadt sehr viel liegt“, wird er vom VV Grimma zitiert, „aber ein Trainer muss Entscheidungen treffen.“ Somit zieht es ihn nun mit seiner Familie diesen Sommer nach Bitterfeld-Wolfen.

Jorge Munari ist als positiver Trainertyp mit klaren Prinzipien bekannt. „Leidenschaft, Intensität und positive Aggressivität, Ordnung und Disziplin“ sind ihm wichtig, zitiert ihn das Süddeutsche Wochenblatt. Für ihn ist ein Glas nie halb leer, sondern immer halb voll – ab der nächsten Saison will er mit dieser positiven Energie und seinem großen Erfahrungsschatz die BiWo´s nach vorn bringen.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und dass der VC Bitterfeld-Wolfen einen so erfahrenen Trainer für das Bundesliga-Team gewinnen konnte“, betont Präsident Michael Eisel mit Blick auf die Herausforderungen der Zukunft.

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