Zeit des Erwachens war zu kurz

Moritz Schüller (Bild oben) in der Mitte über dem Netzt zu sehen machte ein für seine Verhältnisse gutes Spiel

Der Stimmungswandel am letzten Samstag in der Jahrhunderthalle in Spergau erinnerte mich an den amerikanischen Film von 1990 Zeit des Erwachens. In diesem Drama spielt Robert deNiro in brillanter Art einen Patienten der an der Europäischen Schlafkrankheit leidet. Der Patient wird mit Medikamenten behandelt und so erwacht sein Bewusstsein aus einem 30 Jahre währenden Koma. Robert deNiro in dem Film Leonard Lowe spielt, erwacht tatsächlich wieder zum Bewußtein. Und nach ihm alle Patienten mit dieser Krankheit. Nachdem die Medikamente aber zu starke Nebenwirkungen aufzeigen müssen diese abgesetzt werden und der Patient verfällt wieder in sein altes Koma.

Die Parallelen auf das Spiel am Samstag bezogen dauerte nur knapp zwei Stunden aber der Verlauf war ähnlich dem im Film. Der erste Satz ging zwar nur 23:25 verloren, aber der CVM agierte abgeklärter und führte den ganzen Satz über. Die Zeit des Erwachens kam für die etwa fünzig bis sechzig Bitterfelder Fans erst Mitte des zweiten Satzes. Als Medikamente wirkten mehr und mehr gelungene Aktionen und der Lauf vom 13:13 auf 20:13 und die Bitterfelder Fans erwachten vollends. BIWO, BIWO Rufe begleiteten einen Punkt nach dem anderen zum 25:22 Satzausgleich. Zu Beginn des dritten Satzes waren die Fans auf dem Höhepunkt und skandierten Moritz, Moritz. Gemeint war damit Moritz Schüller, der als absoluter Neuling in der Bundesliga durch die eine oder andere gelungene Aktion die Zuschauer mitriß.

So führte der VC bereits mit 9:4 und das Spiel schien zu kippen. Aber der Gastgeber legte nun kämpferisch und spielerisch zu und zeigte in Kleinigkeiten den Qualitätsunterschied. Die Stimmung nahm langsam ab und spätestens beim 22:25 Satzverlust war die Zeit des Erwachens vorbei. Das Medikament gutes fehlerfreies Spiel der Bitterfelder war aufgebraucht. Der Gastgeber dominierte den gesamten vierten Satz und das 25:19 brachte den insgesamt verdienten Sieg des CV Mitteldeutschland. Alle hatten ein abwechslungsreiches Spiel gesehen aber letztendlich blieb für den VC nur die dritte Niederlage im dritten Spiel. Mit der Platzierung am unteren Tabellenende wird man sich wohl eine Weile arrangieren müssen.  Aber die Saison ist noch lang und vielleicht fehlt nur einmal ein Sieg um die Qualität im Spiel dauerhaft zu steigern.

Die Hoffnung stirbt zuletzt und so hoffen alle Bitterfelder Spieler und auch seine Fans auf eine Zeit des Erwachens. Dies aber dann hoffentlich über mehrere Spiele und nicht nur phasenweise innerhalb eines Spiels. Im Film behandeln die Pfleger die Patienten als sie wieder ins Koma verfallen respektvoller da sie nun wissen was für normale, gefühlvolle Menschen in diesem leblosen Körper stecken.

Unsere Fans wissen nun was in unserer Mannschaft steckt. Es wäre schön wenn sie unser Team immer so unterstützen würden wie in der Mitte des Spiels. Vielleicht kann man die Spieler so eher wach rütteln ihre volle Leistungsfähigkeit im gesamten Spiel zu zeigen.

Vielleicht platzt ja der Knoten bereits am nächsten Sonntag bei der Revanche gegen den CVM im Auftakt des Regionalpokals. Der VC ist dort Gastgeber und neben dem  CVM werden auch der Berliner VV und die SV Lindow- Gransee zu sehen sein.

 

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